Ich bin Amerikanerin. Ich bin in Los Angeles geboren und groß geworden und habe in der San Francisco Gegend gewohnt, bevor ich nach München zog. Ich bin hauptsächlich wegen einem Abenteuer hergezogen. Es war nicht so, dass ich unbedingt in Deutschland wohnen wollte, aber ich wollte im Ausland leben und das Leben in Europa nicht nur als Tourist erleben. Ich hatte ein paar Freunde hier, und sie versicherten mir, dass es auch wenn ich kein Deutsch sprach, es kein Problem sei, nur Englisch zu sprechen. Ich habe während des ersten Internet Booms als Designerin gearbeitet (Ich bin 1999 umgezogen) und dachte ich könnte überall einen Job bekommen. Ich saß in einem Biergarten, als ein Freund mich überredete, es zu versuchen. Und ich dachte mir, dass wenn es nicht klappen sollte, ich ja zurück in die USA gehen konnte.

Mein Lebensstil hat sich in Deutschland komplett verändert. Wo fange ich an: Ich kann mir nicht vorstellen wieder zu 10 Tagen Urlaub zurückzukehren, oder irgendwo zu leben, wo die Geschäfte sonntags geöffnet sind. Ich habe es anfangs, als ich herzog, gehasst. Und jetzt würde ich es gar nicht mehr anders wollen. Ich laufe und radle überall hin – es ist schwer eine andere Stadt in den USA zu finden wo das möglich ist. Ich habe eine tiefere Wertschätzung für die Natur. Das Leben hier ist generell geselliger, mehr Dinner-Partys, und Abende mit Freunden im Biergarten. Amerika tendiert mehr zu einer Art Arbeits-Tretmühlen/Rattenrennen; und auch wenn Deutschland und die Deutschen eine starke Arbeitsethik haben, es gibt einen Schwerpunkt das Leben ebenfalls zu genießen. Außerdem habe ich gelernt, Leberknödel zu lieben, und ich besitze drei Dirndl.


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