Ich bin Sarah-Lambert Cook, ein ziemlich spleeniger Rotschopf aus den USA und lebe seit August 2013 in Deutschland.

In Deutschland zu sein fühlt sich eigentlich komischerweise vertraut an. Kleine Bauernhöfe verteilen sich in der Landschaft, kleine Dörfer sind durch sehr kurze Distanzen voneinander getrennt, und der örtliche Supermarkt ist nett und klein. Es fühlt sich ähnlich wie meine Teen-Jahre an, in denen ich in einer kleinen Stadt in Kansas gelebt habe. Der größte Unterschied ist, dass es in dieser Region in Deutschland (Rheinland Pfalz), in der ich mich befinde im Gegensatz zum flachen Kansas hügelig ist. Ich nehme an, dass die Ähnlichkeit Sinn macht. Immerhin ist ein großer Teil des amerikanischen mittleren Westens von Deutschen, die nach Amerika kamen, bevölkert.

Seit ich vor einem Jahr hier angekommen bin, hat sich mein Lebensstil nicht sehr verändert. Ich war immer Künstlerin, und ich bin in der Lage das hier fortzusetzen. Ich habe immer das Reisen geliebt, und jetzt bin ich sogar in der Lage, das öfter zu tun, weil so viele Orte sich in kurzer Distanz von mir befinden. Ich glaube, das Internet macht es schwierig mich daran zu erinnern, dass ich an einem anderen Ort bin. Man findet Englisch ganz einfach überall, und Globalisierung bedeutet, dass ich sogar amerikanische Lieder in Geschäften und Restaurants höre.

Trotzdem (und es kommt mir komisch vor, dies zu sagen) denke ich, dass Deutschland sehr Deutsch ist. Was ich damit meine, ist, dass es mir nicht unbedingt als “multikulturell” vorkommt, so wie ich viele US Städte (die Schmelztigel für so viele Sprachen und Kulturen sind) empfinde. Wir leben in einer zunehmend “globalisierten” Welt, in der Kulturen anfangen, sich miteinander zu verbinden, indem von einander geborgt wird und in diesem Prozess oft das verlieren, was sie prägt. Deutschland war sicherlich nicht immun dagegen, aber ich habe das Gefühl geliebt nach einem Trip nach Frankreich, Niederlande oder sonst wo, die Grenze nach Deutschland zu überqueren und an einen Ort zu kommen, der unverwechselbar er selbst ist. Meiner Meinung nach scheint Deutschland multikulturell zu sein, weil man Restaurants, Produkte und Menschen aus der ganzen Welt hier finden kann; aber ich glaube, dass es immer noch seine allumfassende, unverwechselbare deutsche Identität behalten hat.

Ich sage nicht, dass ich denke, dass Deutschland nicht solide in Europa oder der weltlichen, multikulturellen Komplexität integriert ist. Eher das Gegenteil! Was ich liebe ist, wie Deutschland es geschafft hat, seine Individualität und Kultur zu bewahren und gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil in der europäischen und globalen Wirtschaft zu sein.


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