Vor drei Tagen bin ich einer Frau auf einer Krankenhausstation begegnet und ihre kleine Geschichte hat mich sehr berührt.

„In Deutschland wohne ich schon seit ich 20 Jahre alt bin, jetzt bin 40. Geboren wurde ich in der Stadt Niš in Serbien. Nach Deutschland bin ich mit meiner Familie aufgrund des Krieges gekommen. Ich weiß nicht ob ich hier glücklich bin oder nicht und mir ist schon längst alles relativ egal. Ich bin obdachlos, dazu noch Roma. Verstehst du was das heißt? Sogar von deinen Brüdern im Unglück (andere obdachlose) wirst du oft diskriminiert.

Heute spricht die ganze Welt über Gleichberechtigung aller Nationen aber in der Wirklichkeit passiert nicht so viel. Was denkt ihr sagen normale Menschen über uns, die nicht normalen Menschen? Eure Vorstellung über uns lautet häufig so: Die Zigeuner sind Landstreicher, sie sind schmutzig, sie betteln, sie stehlen und betrügen.“

Was denkst du: Ist es einfach mit diesem Stigma zu leben?

Stell dir vor: Du bist ein Arbeitgeber und sollst dich entscheiden wen du anstellen wirst. Zur Auswahl stehen dir zwei Kandidatinnen zur Verfügung und beide haben einen ausgezeichneten Abschluss. Es gibt nur ein kleines Problemchen – die eine ist Deutsche und die andere Roma.

Das ist ganz schwierig, wenn du überall nur Absagen bekommst.“

Ich habe dieser Frau keine Antwort gegeben.

Aber ich habe so bei mir gedacht warum wir im 21. Jahrhundert noch immer Stereotype prägen, die oft falsch sind!?


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